ARD Sportschau: GPS-Überwachung für Dopingkontrollen?

Das aktuelle Dopingkontrollsystem steht am Scheideweg: Datenschützer halten es für rechtswidrig, Athleten empfinden es als unpraktikabel. Nun entwickelt ein ehemaliger Leichtathlet ein Alternativmodell, das auf einem GPS-Sender beruht. Ein Schritt hin zur Totalüberwachung – oder der Beginn einer neuen Ära in der Dopingbekämpfung?
http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/GPS-%C3%9Cberwachung-f%C3%BCr-Dopingkontrollen/Das-Erste/Video?bcastId=53524&documentId=40937014

ARD Sportschau: Doping Controls via GPS monitoring?

The current doping control system: data protectionist specialists consider it to be unlawful and athletes find it impractical. Currently a german former track and field athlete is developing an alternative model based on a GPS transmitter. Is this the beginning of a new era in the fight against doping in sports or is it a step towards total surveillance.
http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/Doping-Controls-via-GPS-monitoring/Das-Erste/Video?bcastId=53524&documentId=40937374

PARADISE sorgt für Datenschutz und Datensicherheit

In der aktuellen Ausgabe des Magazins »Doping« stellen wir unser BMBF-gefördertes Anti-Doping Projekt PARADISE vor (Verbundprojekt: Privacy-enhancing and Reliable Anti-Doping Integrated Service Environment – PARADISE« mit dem Teilvorhaben »Datenschutz und die Gebrauchstauglichkeit von Ortungsdiensten im Anti-Doping« unter dem Förderkennzeichen 16KIS0423)
Den Artikel gibt es als PDF zum Download hier: PARADISE sorgt für Datenschutz und Datensicherheit – Doping Ausgabe 03/2016.
Weitere interessante Beiträge im Heft sind unter anderem das Doping im Breitensport und eine Nachlese zu den Paralympics in Rio.

Die Welt: Sportler soll im Kontrollfall schnell gefunden werden können

Die Sportler müssen für unangekündigte Kontrollen am Ende jedes Quartals für die kommenden drei Monate die Orte angeben, an denen sie übernachten und wo sie sich regelmäßig aufhalten – und zwar für jeden Tag. Sind sie dort einmal nicht anzutreffen, droht ihnen ein “Strike”. Drei davon innerhalb von zwölf Monaten können zu einer Sperre von bis zu zwei Jahren führen – ohne dass Doping nachgewiesen wurde. Datenschützer halten das System für intransparent.

Jetzt entwickelt Plass mit dem Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit das System “Paradise” und verfolgt zwei Ziele: 1. Den Kontrollprozess zu vereinfachen 2. Die persönlichen Daten der Sportler zu schützen. “Wir wollen, dass der Sportler im Kontrollfall schnell gefunden werden kann. Ohne dass unverhältnismäßig viele Daten der Sportler von nicht autorisierten Parteien eingesehen werden können”, erläutert Plass. Er verstehe, dass die Dopingfälle in der Leichtathletik den Ruf nach mehr Kontrollen lauter werden lassen. “Aber für die Sportler bedeutet das massive Einschnitte in den Alltag. Man kann nicht sein komplettes Leben in einem Kalender abbilden.”

Plass und die Forscher haben eine spezielle Cloud entwickelt, eine Art Online-Speicher, in der die Daten gesichert werden. Sie berücksichtigen Sicherheits- und Datenschutzlinien. Das Konzept sieht vor, dass durch ein Trackingdevice, ein Ortungsgerät, die Kontrolleure die Aufenthaltsdaten des Sportlers bei Bedarf abrufen können. Sobald diese nicht mehr relevant sind, können sie wieder gelöscht werden.

Ob die Welt-Anti-Doping-Agentur Wada künftig auf das innovative System setzen wird, ist unklar. Es gibt viele bürokratische Hürden. Plass und sein Team finden unabhängig davon, dass sich ihre Arbeit lohnt. Entwickeln und forschen für den Sport der Zukunft, für die Welt der Zukunft – das macht ihnen großen Spaß.

Den Beitrag über unser Forschungsprojekt PARADISE findet sich hier: Die Welt – 01.09.16