PARADISE – Das BMBF fördert Anti-Doping

Kontextorientierte Daten bilden die Basis für zahlreiche personalisierte Dienste. Beispiele sind die längere häusliche Pflege, individuelle Versicherungstarife oder Kontrollen im Leistungssport. In allen Fällen beruht der Dienst darauf, dass die Lebensumstände der Anwender möglichst genau bekannt sind. Sind jedoch Art und Umfang an Informationen, der Verwendungszweck sowie die Zugriffsberechtigungen zu unspezifisch, entsteht ein Spannungsfeld zwischen Personalisierung und dem Schutz der Privatsphäre.
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat dem Antrag »Verbundprojekt: Privacy-enhancing and Reliable Anti-Doping Integrated Service Environment – PARADISE« mit dem Teilvorhaben »Datenschutz und die Gebrauchstauglichkeit von Ortungsdiensten im Anti-Doping« unter dem Förderkennzeichen 16KIS0423 stattgegeben.
Zur Erhöhung des Selbstdatenschutzes verfolgt PARADISE das Ziel, Informationsgewinnung sowie Datenschutzimplikationen mit Hilfe eines dezentralen pseudonymisierten Autorisierungsprozesses transparenter zu machen. Das Vorhaben realisiert die dazu notwendigen Prozess- und Protokollkomponenten. Evaluiert wird PARADISE mit einer Gruppe von AthletInnen, die ihre Lebensumstände gegenwärtig umfänglich für unangemeldete Dopingkontrollen der Anti-Doping-Agentur (NADA) offenlegen müssen.
paradise
Das Konsortium besteht aus folgenden Institutionen:

  • Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC
    Parkring 4, 85748 Garching b. München
  • Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT
    Schloss Birlinghoven; 53754 Sankt Augustin b. Bonn
  • gekko, Gesellschaft für Kommunikation und Kooperation mbH
    Pappelallee 78/79, 10437 Berlin
  • Technische Universität Berlin | Telekom Innovation Laboratories
    Ernst-Reuter-Platz 7, 10587 Berlin
  • Uniscon GmbH – The Web Privacy Company
    Agnes-Pockels-Bogen 1, 80992 München
  • Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD)
    Holstenstr. 98, 24103 Kiel

Doping Ausgabe 1/2016 – Beitrag zu eves

Ein Artikel des WADA-Codes sagt aus, dass jeder Athlet für die in seinen Körper zugeführten Produkte und welche in seinem Organismus gefunden wurden verantwortlich ist. Hier setzt das Magazin »Doping – das Anti-Doping-Magazin für Wettkampfsportler, Vereine und Verbände« an.
Wettkampfsportler, Vereine und Verbände müssen sich im Kampf gegen Doping ständig auf dem Laufenden halten, um nicht selbst in die Doping-Falle zu tappen. Die Informationsmöglichkeiten sind aber nach wie vor rar. Doping – das Anti- Doping-Magazin für Wettkampfsportler, Vereine und Verbände schafft Abhilfe und bietet ab Januar 2016 regelmäßig aktuelle und zuverlässige Fachinformationen. Viermal im Jahr erhalten Abonnenten zu einem Bezugspreis von 80 Euro umfassende Infos zu aktuellen Entwicklungen und Hintergründen aus den Bereichen Sport, Recht und Medizin.
Das Magazin ist eine Weiterentwicklung eines früheren Magazins. Jetzt stehen vor allem die Sportler im Mittelpunkt des Service-Hefts.
»Doping – das Anti-Doping-Magazin für Wettkampfsportler, Vereine und Verbände« bietet den Sportlern eine aktive Hilfe mit praktischen Tipps und vielen Informationsmöglichkeiten.
Den Artikel zu eves sowie das Interview mit Jonas Plass gibt es hier zum Download.

What do athletes have to say about eves? Results of a survey.

Mobile device designed to simplify doping control

Unannounced doping controls – that means a lot of restrictions for both competitive athletes as well as doping control officers (DCOs): submission of a detailed schedule of the day’s activities on the part of the athlete, and unnecessary trips into the field on the part of the DCO if the athlete’s schedule changed at the last minute. The eves client was designed to make this process easier. The wearable device sends out a signal from the location of the wearer after receiving a specific request from the DCO. A survey shows that both athletes and DCOs approve of such a device.
Competitive athletes agree: the Anti-Doping Admission and Administration System (ADAMS), used in Germany since 2007, is cumbersome. All locations have to be entered in advance. If a DCO is unable to locate an athlete and the athlete thus misses a test, the athlete is at risk of disqualifying for an event. DCOs also voice negative feedback: athletes do not disclose their “whereabouts” voluntarily because compliance is a requirement for participating in competitions. Transmission of data abroad is problematic, as is privacy protection of third parties, for example the athlete’s partner, as data is gathered about that individual as well.
The eves client was designed to simplify this situation for both athletes and DCOs. The device is small enough to fit inside a pocket or can be fastened onto clothes. It transmits the location of an athlete when it receives a request to do so by a DCO via an encrypted channel. These requests are then logged and can be viewed by the athlete. The device does not show the whereabouts of the athlete continually. Basic information necessary to plan control rounds is still provided to DCOs via ADAMS. The eves client simply allows athletes greater freedom and better data protection because the athlete’s location is only transmitted upon specific requests. It does not record a pattern of movement. With the device, the risk of “missed tests” is reduced – which results in time savings on the part of DCOs and less costs for the institutions involved.

Survey evidences interest in an eves client

Chart_procon_en
880 competitive athletes, including Olympians from London and Sochi, as well as 80 DCOs were surveyed regarding this concept in October. The response was positive: 69 percent of DCOs and 56 percent of athletes indicate that such a localization device would reduce their work load. The response of athletes who had already missed a test was even more positive -70 percent. Other factors include concerns regarding the security of data stored with ADAMS: 84 percent of the competitive athletes surveyed are very concerned about data security and would like to know where the data collected is stored. 81 percent want to be assured that their data is protected from unauthorized access and misuse.
The survey also asked questions regarding the timeliness of ADAMS: a third of DCOs complained that last minute schedule changes on the part of athletes were the main cause of missed tests. However, 80 percent of athletes insist that the data they entered into ADAMS always, or almost always, corresponds to their actual whereabouts. However, two thirds of RTP athletes also indicated they had already missed tests. Should eves be implemented, almost two thirds of those surveyed would not change their diligent use of ADAMS.
An app that came on the market in 2014 also generated great interest. Using this app, athletes could make changes to their schedule in ADAMS while on the go. Just a few months after launch, this app was used by approx. two thirds of those surveyed. More than half of the users indicated that they had not considered security gaps in the app; 43 percent acknowledged that the app has to access several smartphone services. Despite a demonstrated high degree of sensitivity with regard to data protection, athletes seem to be willing to try any available means that will lead to improved usability. eves meets these needs and also provides a high level of data security and transparency.

Was sagen Athleten zu eves? Ergebnisse einer Befragung

Mobiles Gerät soll Dopingkontrollen erleichtern

Unangekündigte Dopingkontrollen – das bedeutet für Leistungssportler und Kontrolleure einige Einschränkungen: Kleinschrittige Dokumentation des Tagesablaufs für Athleten und vergebliche Fahrten für Kontrolleure, wenn sich bei den Sportlern kurzfristig Änderungen ergeben. Der eves-Client soll Abhilfe schaffen – das tragbare Gerät sendet auf konkrete Abfrage durch den Kontrolleur ein Signal vom Aufenthaltsort seines Trägers. Eine Umfrage hat die Akzeptanz eines solchen Geräts bei Kontrolleuren und Athleten überprüft.
Jeder Spitzensportler kennt es: das seit 2007 in Deutschland genutzte Anti-Doping Admission and Administration Systems (ADAMS) ist aufwändig. Das frühzeitige Einpflegen aller Aufenthaltsorte im Voraus, verpasste Tests, wenn die Kontrolleure vergeblich versuchen, den Athleten aufzufinden und die daraus resultierende Gefahr einer Sperre. Kritik kommt auch von Seiten der Datenschützer: Die Athleten geben ihre »Whereabouts« nicht freiwillig preis, denn die Zustimmung ist Voraussetzung für die Teilnahme an Wettkämpfen. Problematisch ist auch die Übermittlung der Daten ins Ausland sowie die Verletzung von Rechten Dritter, also beispielsweise die des Partners, über den gleichzeitig Daten gesammelt werden.
Der eves-Client soll diese Situation für Athleten und Kontrolleure vereinfachen. Das Gerät ist bequem in der Tasche oder an der Kleidung tragbar und übermittelt den Aufenthaltsort des Sportlers, wenn dies durch den Kontrolleur über einen verschlüsselten Kanal angefordert wird. Diese Anfragen werden protokolliert und können später durch die Athleten eingesehen werden. Das Gerät zeichnet nicht permanent auf, wo sich der Sportler befindet. Grundlegende Informationen zur Planung der Kontrollfahrten erhalten die Kontrolleure weiterhin über ADAMS. Der eves-Client ermöglicht den Sportlern mehr Freiheit und höhere Datensicherheit, weil Aufenthaltsorte nur nach konkreter Abfrage übermittelt werden und kein Bewegungsprofil aufgezeichnet wird. Das Risiko von »Missed tests« sinkt – eine Zeitersparnis für die Kontrolleure und weniger Kosten für die beteiligten Institutionen.

Umfrage belegt Interesse an eves-Client

Chart_Auswertung
880 Leistungssportler, u.a. Olympiateilnehmer von London und Sotchi und 80 Kontrolleure wurden im Oktober 2014 zu dieser Idee befragt. Die Resonanz fällt positiv aus: 69 Prozent der Kontrolleure und 56 Prozent der Athleten geben an, dass ein Lokalisierungsdienst ihre Arbeit sehr erleichtern würde. Von den Athleten, die bereits eine Kontrolle verpasst haben, sind es sogar 70 Prozent. Grund dafür sind sicher auch die Bedenken bzgl. der Datensicherheit von ADAMS: 84 Prozent der befragten Leistungssportler sind an Datenschutzfragen sehr interessiert und wüssten gerne, wo die gesammelten Informationen gespeichert werden. 81 Prozent der Athleten möchten ihre Daten vor Ausspähung gesichert wissen.
Die Umfrage enthielt auch Fragen zur Aktualität von ADAMS: Ein Drittel der Kontrolleure bemängelte, dass kurzfristige Änderungen durch die Sportler die Hauptursache für verpasste Tests sind. 80 Prozent der Athleten dagegen sind davon überzeugt, dass ihre Angaben in ADAMS fast immer oder immer mit ihren tatsächlichen Aufenthaltsorten übereinstimmen. Zwei Drittel der RTP-Athleten gaben jedoch auch an, bereits Kontrollen versäumt zu haben. Sollte eves eingeführt werden, will beinah zwei Drittel der Befragten nichts an der gewissenhaften Nutzung von ADAMS ändern.
Groß ist auch das Interesse an einer App, die 2014 auf den Markt kam. Athleten können mit ihrer Hilfe Änderungen in ADAMS von unterwegs einpflegen. Bereits wenige Monate nach der Einführung wurde die App von rund zwei Drittel der Befragten genutzt. Über die Hälfte der Nutzer gaben an, dass Sie über die Sicherheitslücken der App noch nicht nachgedacht haben; 43 Prozent nehmen bewusst in Kauf, dass die App auf einige Dienste des Smartphones zugreift. Trotz der nachgewiesen hohen Sensibilität für Themen des Datenschutzes, scheinen die Athleten jede zur Verfügung stehende Möglichkeit zu nutzen bereit sein, die zu einer Verbesserung der Gebrauchstauglichkeit beiträgt. eves entspricht diesen Bedürfnissen und sorgt gleichzeitig für hohe Datensicherheit und Transparenz.